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6 Schritte, wie Sie einen hilfreichen Umgang mit schlechten Zeugnissen Ihrer Kinder finden

Über schlechte Zensuren und Zeugnisse können Sie sich mächtig ärgern und mit Ihrem Kind schimpfen. Wut, Tränen und knallende Türen sind die Folge. Sie können aber auch gelassen bleiben. Denn schlechte Zensuren sind lediglich ein Indikator für bestehende Probleme in der Schule. Wie Sie einen guten Umgang mit den vermeintlich „schlechten“ Noten Ihrer Kinder finden und wie Sie Ihren Kindern bei nicht ganz so guten Zensuren wirklich helfen, zeigen wir Ihnen in den folgenden 6 Schritten.

Wie Sie keinesfalls auf schlechte Zeugnisse reagieren sollten:

  • Werden Sie nicht wütend oder ärgerlich und werten Sie das Kind auf keinen Fall ab (Wie dumm muss man sein, um so ein Zeugnis zu bekommen?) Sprechen Sie auch vor Dritten nicht abwertend über Ihr Kind. Sie zerstören damit jedes Selbstvertrauen und verhindern nachhaltig den Lernerfolg.
  • Strafen Sie Ihr Kind nicht für ein schlechte Zeugnisse und drohen Sie auch keine Strafe für zukünftige schlechte Zensuren an. Sie lösen damit nur Ängste aus und verhindern nachhaltig den Lernerfolg.
  • Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit Geschwistern oder Freunden oder gar sich selbst. Vergleiche machen unglücklich, schüren Neid, erzeugen Versagensängste und verhindern nachhaltig den Lernerfolg.
  • Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck (Wenn Du bis zum Jahresende die Vier nicht weg bekommst, dann…) – Die Kinder stehen schon genug unter Leistungsdruck (in der Schule und im Freundeskreis). Da brauchen Sie zu Hause vor allem Sicherheit und Stärkung. Zu viel Druck führt zu Versagensängsten, psychosomatischen Problemen bis hin zu Depressionen. Zu viel Druck durch Fremdbestimmung verhindert nachhaltig den Lernerfolg.

Schritt 1 – Feiern Sie die Ferien (trotz schlechter Zeugnisse)

Was? Das Zeugnis voller Vieren und jetzt sollen wir das auch noch feiern? Ja!

Ihr Kind hat sich ein halbes oder ganzes Jahr angestrengt. Es ist in die Schule gegangen und hat gelernt. Das ist harte Arbeit. Mit einer kleinen Feier (gemeinsam Essen oder ins Kino gehen) zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es wertschätzen und seine Leistungen anerkennen. Sie vermeiden unnötige Ängste, die Kinder immer haben, wenn sie ihren Eltern eine schlechte Nachricht überbringen müssen, und schaffen überhaupt erst eine Grundlage, um später auch über das schwierige Thema der Zensuren zu sprechen.

Schlechte Noten in Zeugnissen kommen oft aus heiterem Himmel. Trotzdem sollten Sie gelassen bleiben und das Gespräch mit Ihrem Kind suchen.
Schlechte Noten in Zeugnissen kommen manchmal wie aus heiterem Himmel. Trotzdem sollten Sie gelassen bleiben und das Gespräch mit Ihrem Kind suchen. Gemeinsam decken Sie Ursachen auf und finden einen Weg, die kommenden Zeugnisse zu verbessern.

Indem Sie zuerst die Ferien feiern, schaffen Sie sich selbst etwas Zeit, um in Ruhe über die Zeugnisse nachzudenken und eventuell auch den ersten Schrecken zu verarbeiten. Sagen Sie Ihrem Kind, wann genau Sie das Thema besprechen werden und geben Sie ihm so die Chance, sich ebenfalls vorzubereiten.
Schaffen Sie eine ruhige, entspannte Gesprächsatmosphäre. Gehen Sie alle (!) Zensuren der Reihe nach durch. Fragen Sie, was ihm oder ihr an dem Fach gefällt, was es mag, ob es den mag, wo sie oder er sitzt usw. Lassen Sie, bevor Sie Ihr Urteil sprechen oder Ratschläge erteilen, Ihr Kind sich selbst einschätzen. Die meisten Kinder wissen recht gut um ihre Stärken und Schwächen Bescheid.

Schritt 2 – Ursachen finden

Hinterfragen Sie im Gespräch mit Ihrem Kind, woran es gelegen haben könnte, dass es in manchen Fächern schlechter abschneidet. Ihr Kind wird wahrscheinlich nicht sofort eine konkrete Antwort wissen. Aber Sie können mit gezielten Fragen nach seinem Verhältnis zum Lehrer, nach den Lehrmethoden, nach der Unterrichtssituation (eher laut oder ruhig und konzentriert), nach seinen Interessen am Fach, seinem Verständnis für die behandelten Themen usw. auf mögliche Ursachen stoßen.

Mögliche Ursachen für schlechte Zeugnisse

  • Überforderung
  • Unterforderung
  • mangelndes Interesse (insbesondere in der Pubertät ganz normal)
  • zu wenig Ehrgeiz / Anstrengungsbereitschaft
  • Probleme mit der Ordnung und der Selbstorganisation
  • zu viel Medienkonsum
  • zu wenig Schlaf
  • persönliche Probleme mit dem Lehrer
  • familiäre Probleme
  • psychische Probleme (Ängste, Stress, Trauer, Liebeskummer bis hin zu Depressionen)
  • physische Probleme (Konzentrationsschwierigkeiten, Sehen, Hören, Kopf- und Bauchschmerzen usw.)
  • Mobbing in der Schule

Schritt 3 – Realistische Ziele setzen

Haben Sie eine oder mehrere Ursachen identifiziert, können Sie eine geeignete Strategie entwickeln. Gibt es Probleme mit dem Lehrer, ist ein Elterngespräch vielleicht ein Weg. Fühlt sich das Kind überfordert und hat große Schwierigkeiten, am Stoff dranzubleiben, könnten regelmäßige Lernstunden mit den Eltern oder Nachhilfe zum Erfolg führen. Wichtig ist, dass Sie alle Maßnahmen und die damit verbundenen Konsequenzen mit Ihrem Kind besprechen. Verdeutlichen Sie ihm, was Sie genau erwarten, was passiert, wenn es sich an Vereinbarungen nicht hält, und zeigen Sie ihm, dass jederzeit bereit sind, ihm den Rücken zu stärken und es zu unterstützen.

Wenn Sie Ziele für bessere Zeugnisse definieren, denken Sie daran, dass Sie die Messlatte nicht zu hoch legen. Von einer Vier auf eine Zwei zu kommen, ist harte Arbeit. Eine Drei ist sicher ein guter Zwischenschritt. Motivierend wirken vor allem kleine, schnell erreichbare Zwischenziele. Zum Beispiel können Sie gemeinsam in die Bibliothek gehen und passende Bücher ausleihen, die das Kind lesen soll. Oder Sie vereinbaren täglich eine viertel Stunde Vokabel-Training mit Vokabel-Kärtchen oder einem Computerprogramm / einer Lern-App. Auch scheinbar leichte Übungen, wie zweimal in der Stunde melden, auch wenn das Thema nicht interessiert, können für viele Kinder mit Ängsten oder wenig Selbstvertrauen zu großen Herausforderungen werden.

Schritt 4 – Ängste nehmen

Apropos Ängste: Sie entstehen oft ganz unbemerkt. Plötzlich klagt Ihr Kind über Kopf- oder Bauchschmerzen. An bestimmten Tagen schläft es schlecht. Für manche Fächer lernt es wie verrückt bis spät in die Nacht und hat vor lauter Lernen kaum noch Zeit zum Essen, spielen oder Freunde treffen. All dies sind Anzeichen für Schul- oder Versagensängste, die Sie sehr ernst nehmen sollten.

Im schlimmsten Fall hilft eine Therapie. Doch lange davor vermeiden Sie das Entstehen von Ängsten, indem Sie keinen unnötigen Druck aufbauen – Ihr Kind ist richtig, genauso wie es ist. Niemand kann überall gleich gut sein. Jeder hat Stärken, Fächer die Spaß machen, die leicht fallen. Und jeder hat Fächer, die einem einfach nicht liegen. Da ist es gut, das zu akzeptieren und den Lern-Druck rauszunehmen. Ihr Kind kann aufatmen und sich auf die Fächer konzentrieren, die es gern macht und die seinen Fähigkeiten entsprechen.

Schritt 5 – Lernplan für bessere Zeugnisse entwickeln

Liegen die Schwierigkeiten im mangelndem Verständnis, fehlendem Interesse, nachzuholenden Themen (z.B. wegen längerer Krankheit) oder Überforderung, hilft es dem Kind, mit den Zielen auch einen Lernplan aufzustellen. Ein Gespräch mit dem Fachlehrer kann dazu die nötigen Informationen liefern, welche Stoffe noch nachzuholen und welche Lernziele in diesem Jahr noch zu schaffen sind. Der Lernplan sollte dabei nicht nur inhaltliche Schwerpunkte setzen, sondern auch unterstützende Lern- und Methodenkompetenz beinhalten (wie schaffe ich das eigentlich, mir die ganzen Vokabeln zu merken?)

Ihr Kind kann es mit Ihrer Hilfe schaffen, seine Zeugnisse zu verbessern.
Ihr Kind kann es mit Ihrer Hilfe schaffen, seine Zeugnisse zu verbessern.

Das Lernen sollte unbedingt über einen längeren Zeitraum (zweites Halbjahr) und regelmäßig stattfinden. Reservieren Sie sich beispielsweise zwei Nachmittage in der Woche, an denen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind zusammensetzen, über die Schule und das Problemfach sprechen, Hausaufgaben erledigen und das Thema erklären. Fühlen Sie sich dazu selbst aus zeitlichen, didaktischen oder fachlichen Gründen nicht in der Lage, ist Nachhilfe eine erprobte Möglichkeit, Ihr Kind zu unterstützen.

Schritt 6 – Motivieren und Durchhalten bis zu den nächsten Zeugnissen

Die anfängliche Motivation ist allerdings schnell verflogen. Doch um die selbst gestellten Ziele zu erreichen, ist Durchhalten unbedingt notwendig. Für Kinder und Pubertierende ist das äußerst schwierig und auch wir Erwachsene kennen viele gute Vorsätze, welche die ersten Wochen nicht überlebten. Hier ist Ihre Unterstützung notwendig. Fragen Sie Ihr Kind regelmäßig alle ein bis zwei Wochen, ob es sich an die Vereinbarungen gehalten hat. Gab es Schwierigkeiten? Welche Gründe haben dazu geführt, sich nicht daran zu halten?

Führen Sie eine Punkteliste und vereinbaren Sie kleine Highlights (Kinobesuch, eine gemeinsamer Spieleabend, das Lieblingsessen etc.) für 10 absolvierte Übungsstunden. Schauen Sie sich Filme zum Thema an oder besuchen ein passendes Theaterstück. Integrieren Sie das Problemfach in den Alltag, indem Sie beim Autofahren Kopfrechnen und Vokabeln üben, die Wahrscheinlichkeitsrechnung bei einem Kartenspiel erläutern oder ein Museum besuchen. Loben Sie so viel sie können. Jeder Fortschritt ist eine Erwähnung wert. Freuen Sie sich mit Ihrem Kind, wenn der nächste Test keine Fünf, sonder eine Vier gebracht hat. Es ist ein Schritt zur Drei oder Zwei auf dem nächsten Zeugnis.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit schlechten Zensuren oder Zeugnissen gemacht? Und wie sprechen Sie mit Ihren Kindern, wenn Sie mit den Zeugnissen nicht zufrieden sind? Nutzen Sie die Kommentar-Funktion. Wir freuen uns über Ihre Meinung und Ihre Anregungen.

Wie Sie Ihre Kinder zu mehr schulischen Anstrengungen motivieren? Lesen Sie hier…

Zeugnisse gelassen nehmen
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3 Gedanken zu „Zeugnisse gelassen nehmen

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